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Zhang Tu und die Universität

Die Geschichte von Zhang Tu, einem chinesischen Teenager, kursiert zurzeit in chinesischen Internetforen. Der Chinesische Schüler darf erst mit einem amerikanischen Pass in Beijing an der Hochschulaufnahmeprüfung teilnehmen.

Chinesischer Schüler darf erst mit einem amerikanischen Pass in Beijing an der Hochschulaufnahmeprüfung teilnehmen – schwarzer Humor chinesischer Prägung

Die Geschichte von Zhang Tu, einem chinesischen Teenager, kursiert zurzeit in chinesischen Internetforen.

Zhang Tu stammt aus der Provinz Anhui, als er noch klein war, übersiedelten die Eltern nach Beijing, wo seine Mutter an der Universität promovierte und später in die USA auswanderte.
Die Eltern ließen sich scheiden, seine Mutter bekam die amerikanische Staatsbürgerschaft, während Zhang Tus Vater sich um den Sohn kümmerte.

Da Zhang Tu kein Beijing-Chinese ist, hat Zhang Jiandang, sein Vater, seit dem Kindergarten zusätzlich zahlen müssen, damit er in die Schule gehen darf. Zhang Tu ist ein fleißiger, intelligenter Junge, an dem Beijinger Elitegymnasium, das er jetzt besucht, zählt er zu den besten Schülern des Jahrgangs. Von seiner Leistung gesehen rechnet er mit einem Studienplatz an der Qinghua Universität, der besten, angesehensten Uni Chinas.

Nun sieht sich Zhang Tu mit einer großen Barriere konfrontiert, nämlich dass er keinen Meldeschein – auf Chinesisch Hukou – für Beijing besitzt. Nach der aktuellen Regelung ist er nicht berechtigt, in Beijing an der staatlichen Hochschulaufnahmeprüfung teilzunehmen, sondern er müsste in die Heimat in der Anhui Provinz zurückkehren, aber da gibt es bereits keine Familie mehr!

Was sollten sie tun? Zhang Jiandang kennt viele Eltern, die im selben Dilemma stecken. Viele entscheiden sich für die Lösung, das Kind in die USA zu schicken, es dort an einem  College zu melden. Aber Zhang Tu hat das Zeug zu mehr, das College wäre zu schade für ihn, so der verzweifelte Vater, dennoch fügte er sich schließlich dem Schicksal und meldete Zhang Tu bei der internationalen Klasse des Gymnasiums an, diese ist für die Schüler gedacht, die im Ausland studieren möchten, oder die, die sowieso die chinesischen Unis nicht schaffen und den Ausweg im Ausland suchen.

Daraufhin schrieb Zhang Jiandang auf sein Weibo, Mikroblog: „Schade drum, tschüß, die chinesische Aufnahmeprüfung!“

Dieses Jahr gab es plötzlich einen Wendepunkt, der von der in den USA lebenden Mutter von Zhang Tu kam. Sie möchte dem Sohn helfen, in den USA zu studieren; und es ist sogar möglich, dass Zhang Tu direkt die US-amerikanische Staatsbürgerschaft bekäme. Also solle Zhang Tu möglichst bald in die USA zu ihr auswandern.

Dieser Vorschlag wurde sowohl vom Vater als auch vom Sohn einstimmig akzeptiert und sie stürzen sich in den langwierigen und komplexen Prozess der Auswanderung.

Das Groteske daran, der Höhepunkt des Zynismus ist nun, dass Herr Zhang dann während des Prozesses feststellte: ist Zhang Tu später im Besitz des amerikanischen Passes, so wird er dadurch auch berechtigt sein, in Beijing an der chinesischen Staatsprüfung teilzunehmen.

Ja kein Witz. Es gibt eine Verordnung des Bildungsministeriums, die es den Ausländern, die in China leben, erlaubt, in ihrem jeweiligen Wohnort die Prüfung abzulegen, und diese ausländischen Teilnehmer werden auch noch um zehn Punkte begünstigt.

So schafft es Zhang Tu vielleicht doch, sich in naher Zukunft in Beijing an der Hochschulaufnahmeprüfung zu beteiligen? Der Vater meinte dazu: „Ich rate ihm, dies zu tun, das muss er im Leben erleben. Denn nur wenn er es getan hat, lernt er die chinesische Gesellschaft kennen.“

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